Die Fakten sind klar: Der Kipppunkt ist überschritten, der Klimawandel fühlbar, die Erde lässt die Menschheit spüren, welchen Raubbau sie über tausende Jahre an ihr betrieben hat. Die Mitglieder der Kirche der Selbstauslöschung finden sich zusammen, um in einem letzten gemeinsamen Ritual von der Menschheit als „Krone der Schöpfung“ abzusehen und sich bereit für ihr Ende zu machen: Menschheit abschaffen jetzt!
Ausgangspunkt ist die Philosophie des Antinatalismus, die postuliert, dass die Menschheit sich nicht mehr fortpflanzen sollte. ANALOG untersucht diesen radikalen Ansatz auf seine Tauglichkeit im Sinne der Weltrettung – als immersives Musiktheater. Prozessionen werden abgehalten, Rituale etabliert, das Verschwinden der Menschheit in einer großen Party zelebriert. Wut, Unglaube und Verzweiflung über das nahende, unwiderrufliche Ende werden gemeinsam willkommen geheißen und verarbeitet. Zum Schluss fällt der Abschied leicht.
Die Kölner Theater- und Performancegruppe ANALOG realisiert seit 2004 spartenineinandergreifende politische und poetische Theater-, Film- und Performance-Projekte, die mit dem Ensemble vor und auf der Bühne in kollektiver Autor:innenschaft entwickelt werden. Dabei wird in den Arbeiten das Private politisch: Die Produktionen beschäftigen sich mit dem Privaten im gesellschaftlichen Kontext, mit dem, was ist, mit Themen gesellschaftlicher Relevanz. Neben postdramatischen Spielkonstrukten charakterisiert das Rauschhafte, das Atmosphärische und Assoziative sowie das gleichzeitige Aufbrechen dessen die Projekte von ANALOG. Mit den Arbeiten, die mit Gastkünstler:innen anderer Sparten künstlerische Transformationsprozesse durchlaufen, sorgt die Gruppe seit ihrem Bestehen auch über NRW hinaus und international für Aufmerksamkeit (Demmin/ Meck-Pomm, Gent/Belgien, Helsinki/ Finnland, Schwere Reiter/München, Theater Erfurt, Schauspiel Köln).
Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln, den Fonds Darstellende
Künste, das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, das Ministerium für
Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und die
RheinEnergieStiftung Kultur
von und mit:
Dorothea Förtsch, Hanna Held, Lara Pietjou, Ingmar Skrinjar, Rina Schmeing und dem ANALOG-Schuld-und-Sühne-Chor: Jamie Weiss, Oleksandra Boldareva, Ricarda Clausen, Fiona Maria Kissel, Paul Krüger, Alexandra Sobania, Nicolai Stegmaier, Majid Taatizadeh
Regie:
Daniel Schüßler
Bühne und Kostüm:
Eva Sauermann
Komposition:
Ben Lauber
Textfassung:
Ensemble
Produktionsleitung:
Hanna Held
Wildcard-Künstler (Musik, Soundobjekte) und technische
Betreuung:
Alfredo Ardia
Technische Leitung
und Film:
Tommy Vella
Dramaturgie:
Laura Becker
Regieassistenz:
Rina Schmeing
Outside Eye:
Tim Mrosek
Presse und Öffentlichkeitsarbeit:
neurohr & andrä
Finanzen:
Niels Nester