Zwischen Prep-Talk, Power-Gels und Performance-Druck untersucht das Unbaked Collective in diesem Physical-Theatre-Stück den Trend extremer Ausdauersportarten als Spiegel unserer optimierungsgetriebenen Gesellschaft. Strava or it didn’t happen.
Mit Text, Bewegung und live Drums richten die drei Performenden den Fokus auf Schweiß, Atem und Puls. LAKTAT fühlt sich an wie die endlose Vorbereitung auf… ja, auf was eigentlich?
Das Stück untersucht das scheinbar harmlose Ideal des fitten, gesunden Körpers und dessen tief verwurzelte deutsche Geschichte. Wo endet sportliche Betätigung und wo beginnt das unbewusste Reproduzieren ideologischer Bilder? Welche Gefahr schwebt am Horizont? Oder ist die Gefahr selbst längst zum Narrativ geworden?
Ein performativer Long Run durch Fitness-Influencer-Feeds, Heimatgedichte, persönliche Träume, die Angst vor dem Stillstand – und dem erschöpften, leistungsverweigernden Körper.
Das Publikum ist ausdrücklich eingeladen anzufeuern, Wasser zu reichen und mitzufiebern.
Bei allen Vorstellungen steht eine Audio-Deskription zur Verfügung.
Unbaked Collective realisiert seit 2022 Physical-Theatre-Stücke an der Schnittstelle von Tanz und Theater. Das Kollektiv untersucht in seinen Stücken, wie sich ungleiche Machtverhältnisse und gesellschaftliche Normen auf Körper, Handeln und Identität auswirken. Präzise, bildhafte Körperkompositionen und humorvolle Texte aus eigener Autorinnenschaft prägen ihre eigenwillige, nicht-narrative Formsprache. So trifft groteskes Bewegungsmaterial in schnellen Brüchen auf autobiographische Erinnerungen. Kompositionen aus elektronischer und akusstischer Musik verleihen den Arbeiten eine eigene Atmosphäre. Die Gruppe war u.a. bei Winterwerft, ARENA und SoloDuo vertreten und wurde mehrfach ausgezeichnet. Ihre erste abendfüllende Produktion „Herdengeflüster“ (WestOff 2024) thematisiert das Aufwachsen und die Hypersexualisierung von Mädchen im Patriarchat und wurde u. a. im FFT, als AUSWÄRTSSPIEL der studiobühneköln in der TanzFaktur und bei den Ruhrfestspielen 2025 gezeigt.
Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln, das NRW Landesbüro Freie Darstellende
Künste und die Sparkasse KölnBonn
Konzept, Text, Choreographie, Ausstattung, Performance:
Laura Louise van Meurs
Viviane Hamm
Komposition, Musik
und Peformance:
Daniel Ismaili
Dramaturgie:
Benze C. Werner
3D-Animation und Projektion:
Maria Kobylenko
Lichtdesign und Creative Producing:
Hannah Brown
Audiodeskription:
Daniela Riebesam
und Yasha Müller