Was bleibt von einem Ort, wenn er verschwindet?
Was bleibt von uns, wenn der Boden unter unseren Füßen wegbricht?
KEYENBERG 3 steht am Rand. Am Rand eines Abgrunds, am Rand einer Entscheidung, am Rand zwischen dem, was war, und dem, was noch werden könnte. Ausgehend von der realen Umsiedlungsgeschichte des Dorfes Keyenberg in der Nähe der Abbruchkante Tagebau Garzweiler entwickelt das Performance-Label ANALOG eine poetisch-politische Erkundung von Verlust, Identität und der Sehnsucht nach Heimat – einem Begriff, der so viel verspricht, wie er verschweigt.
Zwei Dörfer, dieselben Straßennamen, dieselbe Kirche – und doch: eine gespaltene Gemeinschaft, ein Riss der nicht verheilt. Was passiert mit Menschen, die entwurzelt werden, bevor sie neu Wurzeln schlagen können? Und was entsteht, wenn Heimat nicht mehr wächst, sondern gemacht wird?
KEYENBERG 3 ist kein klassisches Dokumentartheater. Es ist Reenactment zwischen kalter Abstraktheit und schrillem Hyperrealismus, ein Stück, das die Grenze zwischen idyllischer Dorf-Utopie und geisterhaftem Leerstand auslotet. Ein Aufbruch zu einem utopischen dritten Ort – einem Ort jenseits von Verlust und Reproduktion, jenseits von Alt und Neu.
Live von Ben Lauber am Schlagzeug und einem eigens von ihm für die Produktion komponiertem Soundtrack begleitet, entsteht eine intensive Auseinandersetzung im Zusammenspiel der Performer:innen zwischen Abriss, Aufbau, Verlust und Neuanfang, dessen Ende offen ist.
KEYENBERG 3 ist eine Stückentwicklung in der ANALOG-Reihe „Fiktionales Städte-Biopic”, welche sich radikal regional verschiedenen Städten und Regionen im gesamten Bundesgebiet widmet.
Die vielfach ausgezeichnete Kölner Theater- und Performancegruppe ANALOG, um das Leitungsduo Dorothea Förtsch und Daniel Schüßler, realisiert seit ihrer Gründung spartenineinandergreifende zarte, wüste, politische und poetische Theater-, Film- und Performanceprojekte, die mit dem Ensemble vor und auf der Bühne in kollektiver Autor:innenschaft entwickelt werden.
Mit den Projekten, die in Zusammenarbeit mit Gastkünstler:innen anderer Sparten künstlerische Transformationsprozesse durchlaufen, sorgt die Gruppe seit ihrem Bestehen auch über die Landesgrenzen NRWs hinaus und international für Aufmerksamkeit, bspw. bei überregionalen und internationalen Gastspielen oder Kooperationen in Helsinki/Finnland, Gent/Belgien, Schauspiel Köln, Theater Erfurt, Badische Landesbühne und schwerereiter/ Pathos Theater München. ANALOG wurde in den letzten Jahren mit verschiedenen Theaterpreisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem “Kulturereignis des Jahres 2023” (Kölner Kulturpreis für MEIN VATER WAR KÖNIG DAVID).
Do, 10. September 2026, 20h (Premiere)
Fr, 11. September 2026, 20h
Sa, 12. September 2026, 20h
So, 13. September 2026, 18h
Mo, 14. September 2026, 20h
Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, den Fonds Darstellende Künste und die RheinEnergieStiftung Kultur
von und mit:
Jonas Becker
Dorothea Förtsch
Hanna Held
Lara Pietjou
Ingmar Skrinjar
Live-Musik:
Ben Lauber
Regie:
Daniel Schüßler
Bühne und Kostüm:
Ivan Bazak
Komposition:
Ben Lauber
Produktionsleitung: Hanna Held
Dramaturgie:
Laura Becker
Technische Leitung
und Lichtdesign:
Tommy Vella
Bühnenbild-Assistenz: Lilith Hellman
Inklusionsdramaturgie: Rina Schmeing
Regieassistenz:
Ricarda Clahsen
Finanzmanagement:
Niels Nester
Öffentlichkeitsarbeit:
neurohr & andrä
Infos zum Access
finden Sie bald hier