Wie soll die Stadt der Zukunft aussehen?
Cityrama 3 lädt dazu ein, diese Frage praktisch zu beantworten. Die geschlossene Gestalt des gegenwärtigen urbanen Raums macht nichts jenseits von Investition, Renovierung oder Neubau vorstellbar. Auf der Suche nach der verlorenen urbanen Phantasie erinnert das Publikum performativ das weitgehend vergessene Happening Cityrama 1 von Wolf Vostell aus dem Jahr 1961. Es fand statt in einer Zeit des Übergangs: die Trümmer des Krieges verschwanden gerade erst unter der betonierten Selbstverständlichkeit eines neuen Alltagslebens. Cityrama nahm sein Publikum mit auf einer Reise in einen Stadtraum, der durchsetzt war von Ruinen und Brachen – und damit von Orten undefinierter Möglichkeiten. Um die Zukunft der Stadt zu entdecken, müssen wir die Unsicherheit dieses Übergangs wieder aufsuchen: Cityrama 3 ist eine Prozession in ein anderes Bild der Stadt. Was wäre hier anderes möglich gewesen? Was wird hier anderes möglich sein?
Cityrama 3 – eine Koproduktion von LIGNA mit der studiobühneköln – hatte seine Premiere am 10. Juli 2025 und wurde danach noch vier weitere Male aufgeführt. Das Stück beginnt in der Domstraße 81 – der ehemaligen Avantgardegalerie art intermedia. Von dort ausgehend bewegt sich das Publikum – einem Hörstück folgend – mit großen, auf Stoff reproduzierten Bildern aus den frühen 60er Jahren durch das Eigelsteinviertel, die an unterschiedlichen Stellen in ritualisierter Form zurückgelassen werden. Text und Bild – Reproduktion der Fotos von Abbruchmauern, die Vostell für seine Performance Cityrama 1 in den frühen 60er Jahren anfertigte – überlagern sich mit dem aktuellen Stadtraum.
“Die verschiedenen Zeitebenen des urbanen Raums werden auf ungewöhnliche und fligrane Weise miteinander verknüpft”, urteilte die FAZ – “eine kluge und berührende Auseinandersetzung mit Stadtraum, Erinnerung und Imagination”.
Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln, die Kunststiftung NRW, das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
Produktion: LIGNA (Ole Frahm, Michael Hueners, Torsten Michaelsen)
Mit den Stimmen von: Robert Oschatz, Svenja Wasser und Oleg Zhukov
Soundtrack: Von Spar