ZÄHMUNG

nach William Shakespeare
eine Koproduktion von Tim Mrosek,
ORANGERIE Theater im Volksgarten und studiobühneköln

Termin:
4. Dezember, 20h TICKETINFO

Die Vorstellung findet in der TanzFaktur statt!

mit: Jana Jungbluth, Asim Odobasic, Anna Sander und Lucia Schulz
Konzept und Regie: Tim Mrosek
Dramaturgie: Martin Wiesenhöfer und Katja Winke
Szenografie: Jasper Diekamp
Lichtdesign: Thomas Vella
Dramaturgische Beratung: Gunda Windmüller
Produktionsassistenz: Philipp Birkmann

​Auch wenn Der Widerspenstigen Zähmung nicht zu Shakespeares sogenannten „problem plays“ gezählt wird, so ist es für heutige Zuschauer:innen allemal „problematisch“. Zeigt es doch, wie Katharina, die nicht den gängigen, patriarchal geprägten Rollenbildern entspricht, von ihrem Bräutigam Petruccio zunächst regelrecht gekauft und dann durch Folter dazu gebracht wird, ihm gehorsam zu sein. Die „Erlösung“ findet sie also nur in der Unterordnung unter den Mann. So simpel wie schrecklich.

ZÄHMUNG ist nach TITUS (Nominiert für den Kölner Theaterpreis 2017) und STURM (Ausgezeichnet mit dem Kölner Theaterpreis 2019) der dritte Teil der Shakespeare-Trilogie von Tim Mrosek, die sich mit überzeitlichen Machtstrukturen und deren unterschiedlichen Ausprägungen beschäftigt. Zwischen Incels und WAP, zwischen vorpubertären Geschlechtsumwandlungen und Kekswichsen, zwischen alten weißen Innenministern, Corona-Leugner:innen und „No Shirt, No Service“-Diskussionen ist mit Abstand reichlich Platz für diese Performance, die den unsterblichen Barden auf die Schatten unserer zermürbten zeitgenössischen Seelen treffen lässt. Ein Horrortrip auf Helium.


„In Tim Mroseks drittem Shakespeare-Streich geht es dem Meister des elisabethanischen Theaters gehörig an den Kragen. Die glänzend aufgelegten Schauspieler:innen tragen dick auf, um Norm und Abweichung für heutige Sehgewohnheiten sichtbar zu machen. Die Dialoge behalten stets ihre Dynamik und sind immer so originell und pointiert, dass man dem Quartett über die Dauer der 70 Minuten gerne folgt.“
Kölner Stadt-Anzeiger

„Die Viererbande verkörpert all das, was derzeit im öffentlichen Diskurs nicht angesagt ist, aber unbewusst und in gesellschaftlichen Nischen herumwest. Mit ihrer Hilfe stellt der Abend die Systemfrage: Welche Verwertungsmöglichkeiten ergeben sich aus der Überführung der paulinischen Geschlechterordnung in den neoliberalen Kapitalismus? Und: sind patriarchalische und kapitalistische Strukturen sogar bereits zu intrinsischen Schatten unserer Persönlichkeiten geworden? Tim Mrosek und sein Team bedienen sich dabei wirkungsvoll der Mittel des schwarzen Humors und stellen so dann doch wieder die Verbindung zu Shakespeare her.“
choices

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln, das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste
und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen