west off 2018 – Theaternetzwerk Rheinland

Be real! Vier junge Ensembles aus NRW stellen unsere Wirklichkeiten und Gewissheiten in Frage – politisch, romantisch, sexuell, physisch, ästhetisch. Sie zeigen, wie auf- und anregend Dekonstruktionen sein können – die der Wahrnehmung, der Geschlechter, der Körper, der Macht-Systeme.
Gemeinsam präsentiert werden die eigens für west off entwickelten Produktionen an den Partnerhäusern theaterimballsaal Bonn, studiobühneköln und FFT Düsseldorf. Als Mentor*innen konnten die erfahrenen Theatermacher*innen Tina Jücker, Philine Velhagen, Morgan Nardi und Daniel Schüssler gewonnen werden.
west off verspricht in seiner neunten Ausgabe eine spannungsvolle Zukunft für Performance, Tanz und Theater in NRW.

MOMENTS OF BEING
Eine theatrale Rauminstallation
eine Koproduktion von kaleidoskop und theaterimballsaal Bonn
mit: Pascal Riedel / Konzept und Regie: Silvana Mammone / Bühnen- und Kostümbild: Barbara Lenartz / Musikalische Leitung: Moritz Götzen und Pablo Garreton Izquierdo / Mentorin: Philine Vellhagen
1. November, 20h Ausverkauft!

Wo war ich? Um was ging es eigentlich? […] Alles bewegt sich, fällt, gleitet, schwindet…Da ist ein grenzenloser Aufruhr der Materie.
(Virginia Woolf: Das Mal an der Wand)

Wenn niemand sagt „Es war einmal…“ – wo und wann beginnt dann eine Geschichte? Können wir immer nur mit verschwommenem Blick träumen? Können wir ihn erkennen und festhalten – den Moment, in dem die Veränderung beginnt? In „Moments of Being“ tauchen wir ein in das Meer fabelhaften Zweifelns – panta rhei. Inspiriert von Virginia Woolf und Ludwig Wittgenstein lädt die Formation kaleidoskop zur Entdeckung ihres theatralen Labyrinths ein, in dem die Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.

Mansplaining – Mit Macht über Macht reden
eine Koproduktion von Marcel Nascimento und studiobühneköln
Konzept und Performance: Marcel Nascimento / Dramaturgie: Miriam Michel /
Mentor: Daniel Schüßler
2. November, 20h TICKETS

Chromosomen, Bartwuchs, Penis, Porsche – wodurch wird ein Mann zum Mann? Was macht ihn aus in einer Zeit autoritärer Staatsführer, Barber Shops und Unisex-Toiletten? Die Rückkehr traditioneller Rollenbilder und aufsehenerregende #-Kampagnen wirbeln das XY-Selbstverständnis gehörig durcheinander. Marcel Nascimento stellt sich in einem performativen Selbstversuch der Herausforderung und klärt den Diskurs um die „wahre Männlichkeit“. Vielleicht verlassen wir danach breitbeiniger das Theater.

Milk and Ashes
Eine moderne Romanze
eine Koproduktion von Hippana Theatre und studiobühneköln
von und mit: Jonas Schiffauer, Annalaura Beckmann / Regie: Juan Goma / Musik: Manuel Paschmann / Design: Arne Münch / Mentorin: Tina Jücker
3. November, 20h TICKETS

Gehaucht: „Ihr dürft aufwachen und nicht wissen. Es ist bestens für euch gesorgt.“ Die Agentur des Neuen Regimes heißt ‚Milk and Ashes‘. Es geht um den Weltfrieden. Nur glücklichen Paaren wird es gestattet sich zu reproduzieren. Zwei Menschen finden sich in einem Raum wieder. Eine Armlänge Freiheit. Ein Ausfallschritt Glück. Sie werden dort bleiben, bis sie die Willenskraft aufbringen, ihr Gefängnis zu verlassen. Mit den Mitteln von Physical Theatre und New Circus bewegen sich Annalaura Beckmann und Jonas Schiffauer um Kopf und Kragen und erzählen ein elektronisches Märchen aus der Gegenwart und Zukunft.

don’t come on!
eine Koproduktion von Katharina Roll und FFT Düsseldorf
Choreografie und Tanz: Katharina Roll / Konzept: supanova / Dramaturgische Beratung: Claude Jansen / Choreografische Beratung: Ursina Tossi / Mentor: Morgan Nardi
4. November, 20h TICKETS

Punk’s not dead! In ihrer radikalen Tanz-Performance benutzt Katharina Roll die Prinzipien Verzicht und Widerstand. Gegen Manipulationen, Standards, Normierungen. Nur das Notwendigste, Klarste, Einfachste – nur was es jetzt und hier braucht. Gewißheiten sind Konstruktionen und können von der Bühne gefegt werden. Virtuosität hilft nur beim sensiblen Aussortieren. Und was wir am wenigsten wissen ist, wie der Abend endet.

„west off 2018 – Theaternetzwerk Rheinland“ ist ein Kooperationsprojekt von theaterimballsaal Bonn, FFT Düsseldorf und studiobühneköln, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die Kulturämter der Städte Bonn, Düsseldorf und Köln