Fxx.x (Radikale Akzeptanz)

eine Produktion von Frank E. Geier und studiobühneköln

Performance: Gina Hahner, Sophie Halcour, Ola,
Kathrin Lämmermann, Anne Lisewski, Saliha Shagasi
Konzept: Frank E. Geier

Termine:
24. Januar (Premiere), 20h TICKETS
25. Januar, 20h TICKETS
26. Januar, 20h TICKETS
27. Januar, 20h TICKETS
28. Januar, 20h TICKETS

Psychiatrische Diagnosen werden in den gängigen Klassifikationskatalogen zunehmend spezifischer und geben rigide sowie stigmatisierende Sichtweisen vor. Nicht normatives Verhalten, Denken und Fühlen wird anhand dieser Vorstellungen pathologisiert. „Psychische Störungen“ werden als Problem des Individuums verhandelt und auf die Institution Psychiatrie verschoben, wobei gesellschaftliche Normen und Ursachen von Leiden herausgedacht werden. Kann es innerhalb der Gesellschaft und des psychiatrischen Systems überhaupt „echte Emanzipation“ geben oder wird die Grenze zwischen „den Gesunden“ und „den Kranken“ immer immanent bleiben? Wie sehen unsere Vorstellungen von psychischer Normalität und einem normalen Leben aus? Die Psychiatrie spielte schon immer eine wesentliche Rolle in der Konstruktion von Krankheit und auch Geschlecht. Man denke an die (damals) noch anerkannten Störungen der Hysterie, Homosexualität und Transidentität. Psychiatrie entwickelte sich als Dienstleisterin von Kapitalismus und Patriarchat, weshalb sich die feministische Psychiatriekritik ab den 1970ern als Reaktion auf diese steigende Psychopathologisierung und Zwangsmaßnahmen formierte.
Fxx.x (Radikale Akzeptanz) ist eine Aushandlung von anhaltenden patriarchalen Machtstrukturen und der Infragestellung der Psychopathologisierung menschlichen Denkens, Handelns und Fühlens. Eine Gruppe von Performer*innen forschte zwei Semester im Workshop „Performen gegen Normen“ nach Möglichkeiten der Dekonstruktion eigener und medial präsentierter normativer Vorstellungen. Welche Handlungsmöglichkeiten haben Frauen und trans*-Personen? Welche Selbstwirksamkeit haben wir? Geht es in der Psychiatrie wirklich um Hilfe oder um Normanpassung und Machterhalt? Welche Räume und gesellschaftliche Konzepte zum Umgang mit Gewalt und ihren Folgen, Schmerz, Leid und Krisen können wir schaffen? Und was können wir von dem Konzept der „radikalen Akzeptanz“ lernen?