Die letzte Messe

Ein Gottesdienst für die schließende Kirche
eine Koproduktion von fachliche;Unarten und studiobühneköln
im Auftrag von „west off 2021 – Theaternetzwerk Rheinland“



Termine:
12. (Premiere), 13. und 14. November

Die Vorstellungen finden in der TanzFaktur statt!
Weitere Infos bald hier!

Konzept und Performance: Christian Minwegen
Dramaturgie und Performance: Yasemin Peken
Musik und Performance: Claus Minwegen
Technische Assistenz: Jakob Ebener-Holscher

Deutschland in einer angebrochenen Zukunft: Die katholische Kirche steht vor dem Aus. Durch den demografischen Wandel, die exponentiell gestiegenen Kirchenaustritte der letzten Jahre, jüngste gesellschaftliche und globale Krisen und eine zu spät entdeckte Digitalisierung bleiben die Bänke der Gotteshäuser nun endgültig leer. Zu wenig Geld, zu wenig Priester, zu wenig Gläubige und Ehrenamtlerinnen. Ohne Dach und Gewand geht die uralte und stolze Institution ihrem Vergessen entgegen, kehrt – zumindest in Deutschland – zur Obdachlosigkeit zurück, mit der alles vor 2000 Jahren in der Stadt Bethlehem begann.

Doch der Gläubige und ehemals begeisterte Kirchgänger, Messdiener, Firmling und Trier- Pilger Christian Minwegen bringt es nicht übers Herz, die alte Freundin, die ihm zwar mit steigendem Alter immer fremder geworden, aber gerade in seiner Jugend so sehr für ihn da war, ohne weiteres verschwinden zu lassen. Er will einen Abschied, ein letztes Ma(h)l, eine letzte Messe für die alte Weggefährtin, um ihr am Ende die noch offenen Fragen zu stellen, trotz derer er sie jahrzehntelang einfach nicht loslassen konnte: Warum konnte sie einfach nicht aufhören, an ihren Ritualen und Strukturen festzuhalten? Warum ist all der moralisch- emotionale Kredit nun aufgebraucht und wo finden wir jetzt eine vergleichbare Gemeinschaft?

Die letzte Messe ist ein Versuch und ein Angebot an sich selbst und andere Gläubige, Alibi- Gängerinnen und eingefleischte Kritiker:innen, seinen Glauben in Sicherheit zu bringen, die Kirche durch eine echte Zäsur nun endgültig hinter sich zu lassen, sich verstohlen oder offenkundig an ihrem Ende zu erfreuen und Gott endlich bei sich und seinen Mitmenschen als in Gebäuden und Institutionen zu suchen.

„west off 2021 – Theaternetzwerk Rheinland“ wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und die Kulturämter der Städte Bonn, Düsseldorf und Köln